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Online-Magazin zur UEFA-Fünfjahreswertung |
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Pleite vom SC Portsmouth im Februar 2010
Der 1898 gegründete FC Portsmouth
steht als erster Club der Premier League vor dem
Konkurs. Hintergrund sind die noch ausstehenden Teile der Transfersummen an
Chelsea August 2007 und an Arsenal Januar
2008. Die FA verhängte ein Transferverbot, weshalb der Verein wegen der
Personalsituation Tabellenletzter wurde. Dann folgte der Antrag auf Insolvenz. Am
25.01.2010 wurde das Transferverbot
wieder aufgehoben. Inzwischen war der asiatische Geschäftsmann Balram Chainrai
aus Hong Kong der Besitzer.
Am 18.02.10 klagte die Steuerbehörde wegen über 11,5 Millionen Pfund
Steuerschulden auf Zwangsverwaltung. Weil nun schon wieder kein
neuer Besitzer nach Chainrai gefunden werden konnte,
musste am 25. Februar Konkurs
angemeldet werden. Beim FC Portsmouth spielt auch der
ehemalige Herthaner Kevin Prince Boateng
Die Situation in Englands Vereinsfußball bis 2009
Der unaufhaltsame Weg von England an
die Spitze des europäischen Vereinsfußballs
Um auf die aktuelle Stärke des englischen Verbandes blicken zu können,
müssen noch einige Geschehnisse behandelt werden.
In den Jahren 1966/67 bis 1974/75 war England ununterbrochen an der
Spitze der Fünfjahreswertung und dann wieder in der Saison 1984/85. Aber am 29.
Mai 1985 passierte eine der schlimmsten Katastrophen im Fußball.
Im Brüsseler Heysel-Stadion sollte das Endspiel um den Pokal der
Landesmeister stattfinden zwischen dem FC Liverpool und Juventus
Turin. Schon mittags hatten alkoholisierte italienische Fans randaliert. Im
Stadion wurden dann die Polizisten mit Steinen und Leuchtraketen beworfen. Von
diesen Provakationen angestachelt, stürmten um 19:45
die Liverpool Fans den benachbarten Fanblock. In diesem Block Z standen fast
nur italienische Fans. Die flüchtenden italienischen Fans gerieten in Panik,
wurden gegen eine Mauer gedrückt, welche mehrere Minuten später zusammenfiel
und viele der insgesamt 39 Opfer unter sich begrub.
Dieses Unglück war eine Verkettung extremer Skandale und Versäumnisse.
Im Block Z hätten nur neutrale Fans stehen sollen, die aber ihre Karten von
einem italienischen Reisebüro erhalten hatten. Dieses wiederum von einem
korrupten UEFA-Offiziellen. Der Block Z war nicht gesichert, Polizisten waren
nicht da zur Sicherheit. Zwischen den Fans gab es nur einen leichten
Maschendrahtzaun. Die eingestürzte Mauer war brüchig, das gesamte Stadion
erfüllte nicht die Sicherheitsanforderungen. Insgesamt mussten 39 Menschen ihr
Leben lassen.
Trotzdem wurde das Spiel mit 90 minütiger
Verspätung angepfiffen, angeblich aus Sicherheitserwägungen. Juventus Turin gewann mit 1:0 durch ein Strafstoß-Tor von
Michel Platini.
Als Folge dieser fürchterlichen Ereignisse wurde jetzt der englische Verband für 5 Jahre, Liverpool für 6 Jahre
gesperrt. Englische Hooligans hatten schon länger die europäischen
Stadien unsicher gemacht, die UEFA hätte schon viel früher reagieren müssen.
Belgien zahlte 1,25 Mill. Euro Entschädigung an die Hinterbliebenen. Das
Stadion wurde baulich verändert und am 23. August 1995 als
König-Baudouin-Stadion mit dem Spiel Belgien gegen Deutschland (1:2)
wiedereröffnet. Die Zäune zum Spielfeld wurden in allen anderen Stadien
abgebaut.
Bis zur Saison 1989/90 war England mit 0
Punkten auf den damaligen letzten 33. Platz abgesackt. Als England in
der Saison 1990/91 nach der Heysel-Katastrophe wieder zugelassen wurde, gewann
Manchester United sofort den Europapokal der Pokalsieger gegen CF Barcelona mit
2:1. Bis zur Saison1994/95 hatte England wieder
eine vollständige Fünfjahreswertung und lag inzwischen auf Platz 5.
1993/94 gewannen Arsenal London und 1997/98 Chelsea London jeweils den Europapokal der Pokalsieger.
Die Fab Four des
englischen Fußballs (fabelhaften Vier: Manchester United, FC Chelsea London,
Arsenal London und FC Liverpool) gehören schon seit Jahren zum Kreis der Meisterschaftskandidaten
sowie zu den Favoriten auf die
Europapokalsiege.
(Mit Fab Four wurden ursprünglich die Beatles
bezeichnet.)
Trotzdem hielten sich die Engländer um die Plätze fünf bis sieben bis
zum Jahre 2000 auf.
Manchester United, FC Liverpool, FC Chelsea London, FC Arsenal London sind inzwischen im Besitz von einflussreichen
Geschäftsleuten. Ab März 2003 bis zum 16. Mai 2005 gelang es dem Amerikaner Malcom Glazer, die Aktien von
Manchester United zu erwerben. FC Liverpool gehört seit Februar 2007 den
US-Amerikanern George Gillet und Tom Hicks. Der FC Chelsea ist im Besitz vom russischen Olmilliardär Roman Abramowitsch,
sowie FC Arsenal seit 2007 im Besitz des russischen Ölmilliardärs Alischer Usmanow und Farhad Moshin.
Somit werden enorme Geldmengen in die Verpflichtungen der weltbesten Spieler
gesteckt. Der sportliche Erfolg bleibt nicht aus. So war in der Champions League im Jahre 2005/06 eine englische Mannschaft im
Finale. 06/07 bis 2008/09 waren je 3 Mannschaften im Halbfinale der Champions League vertreten. 07/08 gewann Manchester United die
Champions League gegen FC Chelsea.
Wegen dieser Weltauswahlen gelang es England
im Jahre 2007/08 von Spanien den Platz 1 der Fünfjahreswertung
zu erobern.
Im Gegensatz zu den englischen Besitzverhältnissen muss in Deutschland
50% plus 1 Aktie immer noch im Besitz des Vereins sein. Solche Verhältnisse wie
in England werden von manchen Investoren als erstrebenswert angesehen.
Derweil geht in England das Erwerben der Fußballvereine weiter.
Dr. Sulaiman Al Fahim ist
neuer Besitzer von Manchester City. Er will nach eigenen Aussagen 18 Spieler
vom Typ Robinho kaufen zu je mindestens 40 Millionen
Euro, um die Champions League gewinnen zu können.
Es mehren sich die Zeichen, dass dieses System nicht nur positiv verläuft.
So muss Manchester United das Darlehen zurückzahlen, dass Glazer
zum Kauf aufgenommen hatte. Die Rekordmeister FC Liverpool und Manchester United
haben eine Milliarde Schulden
zusammen. s. auch hier.
Links: Deloitte Gesamtumsätze, Schulden, wertvolle Fußballvereine,
Spitzenclubs und Rezession,
gartencastro